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Radiologieforum Magazin 1-2012

DVT Strahlung 100 % Strahlung 50 % CT DVT SCS MED SERIES 53 Aktuelle Forschungsergebnisse Bereits 2006 untersuchten Dalchow et al. den Stellenwert der DVT im Bereich der Laterobasis. Sie konnten sowohl an Felsenbeinpräparaten als auch am Vergleich von präoperativen Daten­ sätzen und intraoperativem Situs am lebenden Menschen eine gute Dar­ stellung der anatomischen Strukturen sowie eine detailgetreue Abbildung von Prothesen zeigen. (Dalchow et al. 2006; Dalchow et al. 2006) Die nächsten Untersuchungen kon­ zentrierten sich auf die Frontobasis. So konnte Bremke mit Mitarbeitern den Sinn im Bereich der Diagnos­ tik von Nasenbeinfrakturen deutlich zeigen (Bremke et al. 2009). In einem Übersichtsartikel konnte bereits damals auf die Möglichkeit der guten Darstellung der anatomischen Struk­ turen der Frontobasis hingewiesen werden (Bremke et al. 2009). In den weiteren Arbeiten zeigt sich die bereits oben angesprochene Vertie­ fung der wissenschaftlichen Arbeiten, so dass spezifische Probleme analy­ siert wurden. Savvateeva et al. unter­ suchten die Darstellung der Rhinoba­ sis und zeigten die hoheVariabilität der anatomischen Strukturen (Savvateeva et al. 2010). Darauf aufbauend wurde in der Beurteilung des gefährlichen Sieb­ beins ein neuer Parameter, die Winkel­ verhältnisse der Fossa olfactoria, evalu­ iertundanalysiert(Güldneretal.2011). Im Rahmen einer Dissertation konnten umfangreiche Erkenntnisse zu anato­ mischen Variationen der unteren und mittleren Nasenmuschel im Verhältnis zum Nasenseptum gewonnen werden (Balbach et al.). Untersuchungen zur Variabilität der Keilbeinhöhle in Bezug auf anatomische Varianten und Pneu­ matisation konnten an über 600 Pati­ enten die Relevanz der präoperativen Bildgebung darstellen (Güldner et al., in press). Deutlicher Dosisvorteil Im Bereich der Laterobasis ist ein Schwerpunkt die Darstellung von Implantaten. So erarbeitete Kurzweg mit Mitarbeitern den Vergleich von DVT mit histologischen Schnitten nach Cochleaimplantation. Dabei konnten sie eine gute Übereinstim­ mung der wichtigen Strukturen nach­ weisen (Kurzweg et al. 2011). Ebenso erfolgte derVergleich von DVT und CT, welcher eine Überlegenheit der DVT in feinsten Strukturen ergab (Teymoor­ tash et al. 2011). Dass die DVT in Bezug auf Artefakte auch Grenzen hat, konn­ ten Güldner et al. in einer aktuellen Arbeit zeigen. So führten Artefakte von 50% zu einer deutlichen Einschrän­ kung der Beurteilbarkeit (Güldner et al. 2011). Die Konsequenz daraus ist eine deutliche Einschränkung in der Beurteilung von Cochleaimplantaten in der medialen und apikalen Coch­ leawindung (Güldner et al., in press). Aktuelle Messungen in Zusammen­ arbeit mit den Kollegen der Medizin­ physik zeigen einen deutlichen Dosis­ vorteil der DVT in Vergleich zum CT. So konnte eine Reduktion auf 50% der effektiven Dosis eines qualitativ vergleichbaren low-Dose CT erreicht werden (derzeit in press). Unter Berücksichtigung der erforderlichen Bildqualitätistnachunseremaktuellen Forschungsstand eine Reduktion auf bis 10% möglich. Mit den Kollegen der Medizinphysik werden derzeit meh­ rere Projekte zur Dosismessung und Strahlenbelastung im DVT verfolgt. DVT wird sich etablieren Die DVT hat bereits einen festen Stel­ lenwert in der bildgebenden präope­ rativen Diagnostik der chronischen Rhinosinusitis sowie der chronischen Otitis media. Aus praktischer Erfah­ rung ist somit eine klare Konkurrenz zur Computertomographie aufgestellt. Damit dies auch dauerhaft so bleibt, soll und muss sich dies auch in den schriftlichen Empfehlungen (z. Bsp. Orientierungshilfe der Strahlenschutz­ kommission)niederschlagen.Diedazu anstehenden Forschungsbedürfnisse sind zum Teil zwar bereits angescho­ ben, müssen aber in Zusammenarbeit von HNO-Ärzten, Radiologen und Medizinphysikern weiter konkretisiert und gestartet werden. Zudem ist die Erlangung der Fachkunde für HNO- Ärzte zu diskutieren. So ist möglicher­ weise in Zukunft auch eine Integration in ein festesWeiterbildungscurriculum anzustreben. Fest steht: Die DVT für HNO-Ärzte funktioniert, ist sinnvoll und wird sich etablieren. Dr. C. Güldner Universitätsklinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Marburg Derzeit laufende Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Fragen zur erforderlichen Bildqualität in Fragestellungen der ­Fronto- und Laterobasis. Zudem findet eine Evalu­ation des Artefakt­verhaltens von Implantaten im HNO-Gebiet statt. Die DVT hat in der radiolo­­ gischen HNO-Diagnostik bereits ihren ­Stellenwert erobert.